Cocos & Costa Rica


Tauchen Sie in einem der weltbesten Großfischrevieren

Costa Rica, die “reiche Küste”, ist ein Paradies für Naturliebhaber. Costa Rica gehört dank seiner vielen unterschiedlichen Vegetationszonen zu den artenreichsten Ländern unserer Erde. Mangroven- und Feuchtgebiete, tropische Regenwälder mit einer reichen Tierwelt nahe den Küsten, endlos lange naturbelassene Strände, das fruchtbare Valle Central mit der Hauptstadt San José, die teils noch aktiven Vulkanlandschaften, zu den die Vulkane „Poas“, „Arenal“ und „Irazu“ gehören mit Gebirgs- und Nebelregenwäldern und die trockene Halbinsel „Nicoya“ im Nordwesten des Landes, das alles ist Costa Rica.

In den Mangroven und Feuchtgebieten leben u.a. Krokodile, unzählige Vogelarten, viele Affenarten, Reptilien und Amphibien. Der Umweltschutz wird von der dortigen Politik großgeschrieben. Rund ein Viertel der Fläche Costa Ricas steht heute unter Naturschutz. Daher konnten sich große Flächen des ehemals stark dezimierten Regenwaldes regenerieren. Das Land setzt verstärkt auf Ökotourismus, der rund 1,5 Millionen Reisende im Jahr und damit Devisen nach Costa Rica bringt. Mehr als 20 Nationalparks, in denen ganz unterschiedliche Ökosysteme herrschen und man die reiche Fauna und Flora des Landes erleben kann, sind im Laufe der Zeit in Costa Rica entstanden.


Auch Cocos Island, das zu Costa Rica gehört, steht unter Naturschutz und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Isla de Cocos - Cocos Island oder wie die Insel auch oft genannt wird: "Berg der Haie". Beinahe Jedem ist diese tropische Insel im Pazifik als Großfisch Spot der Superlative bekannt. Cocos Island liegt ca. 36 Bootsstunden vor der Küste Costa Ricas und wurde 1978 zum Nationalpark und 1997 zum "Unesco Welt-Naturerbe" erklärt. Seit 2001 gehören die Gewässer im Umkreis von 12 Seemeilen (22 km) zum Schutzgebiet des Cocos Island Nationalparks. Im Gegensatz zur Insel Malpelo ist Cocos traumhaft schön und wild bewachsen. Der vulkanische Ursprung und der damit verbundene nährreiche Boden ließen eine einzigartige Natur und Vielfalt entstehen. Tiefe Schluchten und steile Berge und die senkrecht ins Meer stürzenden Wasserfälle erinnern an den Film "Jurassic Park". Auf der Insel konnten 70 endemische Pflanzenarten und 3 endemische Vogelarten nachgewiesen werden, wie zum Beispiel der Kokos Insel Kuckuck oder der Kokos Fink. Von einstigen Besiedelungsversuchen blieben Ratten und wilde Schweine übrig. Ganz selten bekommt man die einheimischen Rehe zu Gesicht, die man am weißen Schwanz erkennt. Wir haben es auf einer Tour an den Steilwänden grasen sehen und der einheimische Name war nicht mehr zu recherchieren. Deshalb nennen wir es einfach mal das Cocos Reh!
Die 24 m² große Insel wurde aber nicht nur wegen ihrer einzigartigen Natur bekannt, sondern vielmehr aufgrund von Sagen und Geschichten von wertvollen Piratenschätzen, die Kapitäne, wie Henry Morgan, Benito Bonito oder Kapitän Thompson dort vergraben haben sollen. Zahlreiche Expeditionen führten bereits aus diesem Grund auf die Insel, doch die Schätze blieben bislang unentdeckt.

In den vergangenen 15 Jahren kam Cocos und die Hafenstadt Puntaarenas allerdings auch negativ in die Schlagzeilen. Sogenannte "private docks", meist unter taiwanesischem oder chinesischem Besitz, dienten als sicherer Hafen, um illegal Haifischflossen ans Festland zu bringen und für den Weitertransport vorzubereiten. Die von der Regierung akzeptierten "private docks" ermöglichten es den mafiösen Haifischfängern ihre Ware an Land zu bringen und ungestört weiter zu machen. Als Bilder von tausenden zum Trocknen ausgelegten Haifischflossen auf Containerdächern aufgetaucht waren, die innerhalb dieser "private docks" lagen und Organisationen, wie die Sea Shepard, ihre Aktionen starteten, kam es auch in der Bevölkerung endlich zu einem Umschwung und die Costa Ricaner gingen aus Protest für den Schutz ihrer Natur zu tausenden auf die Straße. Es gab daraufhin leichte Verbesserungen seitens der Regierung, aber ein generelles Haifisch Fangverbot gibt es nicht in Costa Rica und obwohl Cocos und seine Gewässer geschützt sind, kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen Fischkutter illegal in die Parkgrenzen eindringen. Bei einem Gespräch in 2008 mit den auf der Insel stationierten Parkrangern kam ans Tageslicht, dass diese zwar über ein Motorboot verfügen, um rund um die Insel zu fahren, aber um tatsächlich illegale Fischkutter zu jagen, sei es zu langsam und zudem nicht hochseetauglich. Meist beschäftigt man sich damit, eingedrungene Netze und Langleinen von den Riffen und Felsen zu entfernen und ein riesiger Berg an Langleinen zeugt gleich neben der Rangerstation von deren Einsatz. Vor einigen Jahren wurde aus Langleinen und Bojen sogar eine Hängebrücke errichtet. Unserer Meinung ein weiteres Unding ist, dass es auch privaten Yachten und Sportfischern erlaubt ist, den Park zu befahren und bei unseren Besuchen haben wir immer wieder beobachtet, wie an Tauchplätzen gefischt wurde.

Trotz all dieser Einflüsse gehört Cocos immer noch zu den weltbesten Großfischrevieren und wo woanders auf der Welt die Meere schon leer gefischt sind, strotzt hier "noch" das pralle Leben unter Wasser.

Das Klima in Cocos ist ganzjährig tropisch warm bei Temperaturen zwischen 27 und 32 Grad. Die Wassertemperaturen schwanken je nach Strömungen zwischen 23 und 27 Grad.
In der Trockenzeit von Dezember bis Mai ist das Meer meist ruhiger und die Sichtweiten sind dann etwas besser, weil weniger Plankton im Wasser anzutreffen ist. Bei einem unserer Besuche im April war das Meer an 10 Tagen spiegelglatt und die Sichtweiten lagen bei 20 bis 35 Meter.
In der Regenzeit von Juni bis November herrscht meist ein raueres Klima und die Sichtweiten schwanken von 10 bis 25 Metern. Der Grund hierfür ist, dass Cocos dann von planktonreichen Strömungen umspült wird, was wiederum den Vorteil hat, dass die Aktivitäten unter Wasser nochmal zunehmen. Gerade diese Zeit ist ideal für Begegnungen mit Walhaien und Mantas und des Öfteren ziehen Wale an der Insel vorbei.
Generell muss man jedoch sagen, dass Cocos von einem eigenen Mikroklima bestimmt wird und es kann zu jeder Jahres- und Tageszeit zu heftigen Regengüssen kommen. Taucherisch ist Cocos ein Ganzjahresziel und immer spektakulär, wobei die Regenzeit von den Aktivitäten her einen leichten Pluspunkt zu verzeichnen hat.
Die obige Angabe beruht allein auf Erfahrungswerten und darf nur als Anhaltspunkt gewertet werden. Aber eins ist gewiss, gerade hinsichtlich der Sichtung von Großfischen ist in Cocos jederzeit - alles - möglich.

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Tauchen rund um Cocos


Für uns Taucher liegt das Interessante an Cocos Island jedoch unterhalb der Meeresoberfläche. Während die Insel normalerweise im Bereich des ost-westlichen Äquatorialen Gegenstroms liegt, treffen während des El Nino wärmere Strömungen auf die Insel. Dies führt ähnlich wie auf den Galapagos-Inseln zu einem transpazifischen Austausch von Larven und Meerestieren, die hier eine einzigartige Vielfalt ermöglichten.
Die ausgedehnten Korallenriffe rund um die Insel beherbergen 32 Korallenarten, 57 Krebstiere und 500 Molluskenarten. Im Gegensatz zu asiatischen Gewässern gibt es zwar nur 300 Fischarten, aber diese enorme Anzahl der Tiere ist das Entscheidende. In Taucherkreisen berühmt wurde die Insel für die großen Schulen an Bogenstirn-Hammerhaien und Weißspitzen-Riffhaien, die an der Insel vorbeiziehen. Walhaie, Mantas, Seidenhaie, Galapagos Haie, Silberspitzenhaie und Marmorrochen sind ebenso keine Seltenheit und tauchen immer wieder im Blauwasser auf. Selbst Tigerhaie und Orcas wurden schon gesichtet und Delphine begleiten regelmäßig die Boote. Ein besonderes Highlight ist es, wenn sogenannte „Baitballs“ entstehen. Hunderte von Seevögeln stürzen dann ins Meer, um einen Happen abzubekommen und unter Wasser jagen Seidenhaie, Galapagoshaie und Thunfische nach den silbrigen Fischleibern bis auch der letzte verschwunden ist.



Tauchplatz Manuelita
An der kleinen vorgelagerten Insel Manuelita ist in erster Linie ein Nachttauchgang interessant. Ein Phänomen, das wir bislang nur hier gefunden haben, sind hunderte an Weißspitzen-Riffhaien, die in großen Gruppen durchs Riff ziehen, um der nächtlichen Jagd nachzugehen. Für uns Taucher ein Hai-Light, wenn im Lichtkegel dicht gedrängt dutzende Tiere zu sehen sind. Manuelita war des Öfteren schon Anziehungspunkt für Tigerhaie. Die Insel fällt verhältnismäßig flach auf der der Chatam Bay zugewandten Seite ab. Die Tiefen betragen 5 bis 20 Meter, bevor sich der Meeresboden in der Tiefe verliert.

Tauchplatz Dirty Rock
Der vorgelagerte Fels zieht sich auf unbestimmte Tiefen und ist Anziehungspunkt von Schwärmen an Stachelmakrelen und Bonitos. Eine auf ca. 28 m liegende Putzerstation zieht Hammerhaie an und im freien Wasser haben wir schon riesige Schulen an Bogenstirnhammerhaien gesichtet, die über unsere Köpfe oder beim Auftauchen unter unseren Füßen entlang zogen. Vereinzelte Galapagoshaie patrouillieren an den Felsen entlang.

Tauchplatz Alycone
Alycone ist einer der besten Tauchplätze vor Cocos. Diese Riffbank liegt auf ca. 30 bis 35 Meter Tiefe und ist ebenfalls Anziehungspunkt von Bogenstirn-Hammerhaien. Die vorgelagerte Riffbank wird meist von starken Strömungen umspült. In aller Regel setzt das Tauchboot eine kleine Boje mit einem in die Tiefe führenden Seil, an dem sich die Taucher hinabziehen können, ohne von der Strömung am Tauchplatz vorbei getrieben zu werden. Kommt man erst mal unten an, dauert es nicht lange bis die ersten Hammerhaie neugierig an die zwischen den Felsen versteckten Taucher herankommen. Ein Blick in Richtung Wasseroberfläche lohnt immer, des Öfteren ziehen große Schulen über einen hinweg oder Thunfische jagen nach Beute.

Tauchplatz Chatam Bay
Diese Bucht dient meist als geschützter Ankerplatz für die Tauchsafariboote, aber wir führen sie hier dennoch auf, denn schon häufig wurden Mantas und auch Walhaie hier gesichtet, mit denen meist geschnorchelt werden kann. Nicht zu verachten sind die häufig gesichteten Tigerhaie.
Tauchplätze, wie Dos Amigos, Submerged Rock und viele andere stehen den oben genannten meist nicht in viel nach. Generell lässt sich sagen, dass an den Riffen und in den Gewässern um Cocos Island Sichtungen von Adlerrochen bis hin zu Walhaien und vieles mehr möglich ist.

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Allgemeine Informationen

Wie kommt man nach Cocos?
Das Tor zu Cocos ist die Küstenprovinzstadt Puntarenas. Diese liegt ca. 4 Stunden vom Flughafen San Jose entfernt und dient als Ausgangspunkt der meisten Tauchsafarischiffe, die die Inseln anfahren. Die Anfahrt führt über den offenen Pazifik und dauert je nach Boot ca. 36 Stunden ab Puntaarenas.

Was benötigt man in Cocos?
Wir empfehlen Ihnen einen 5mm Anzug und für kälteempfindliche Taucher einen 7mm Anzug. Um an einer Tauchsafari nach Cocos teil zu nehmen, sollte man mindestens als Advanced Open Water Taucher zertifiziert sein. Ebenso ist es Pflicht, Inhaber eine Tauchversicherung wie DAN oder Aquamed zu sein, die im Notfall Bergungskosten bei Tauchunfällen beinhaltet. Jeder Taucher muss eine Signalboje und einen Tauchcomputer mitführen. Um die Tauchgründe von Cocos genießen zu können, ist es ratsam, bereits etwas Erfahrung mitzubringen und die Tarierung unter Wasser sollte man gut beherrschen.

Ein Wort von Michael:
Neben Galapagos, Malpelo und Socorro gehört Cocos zu meinen Top Großfischzielen. Schwer wird es, wenn man sich entscheiden müsste zwischen einer der Inseln. Am besten man besucht sie alle und macht sich sein eigenes Bild. Auf seine Kosten kommt jeder Großfischfan auf jeden Fall. Die unglaubliche Schönheit der Insel an sich ist absolut unbeschreiblich.