Tauchen in Sulawesi


Die Lembeh Strait und der marine Nationalpark Bunaken 


Sulawesi
gehört zu den „großen Sunda Inseln“ und liegt zwischen Borneo und den Molukken. Die vulkanisch entstandene Insel ist stark zergliedert, zum Teil mit hohen Bergen, wodurch sich die Sprachen und die Kulturen der Einheimischen nicht stark vermischt haben. Namen wie die einst gefürchteten Piratenstämme „Makassaren“ und „Bugis“, die „Toraja“ und die “Minahasa“ von der Gegend um Manado sind Geschichtsinteressierten heute noch ein Begriff.

Heute sind im Wesentlichen der Norden und der Süden Sulawesis bevölkert. Die Bevölkerung ist überwiegend muslimisch, nur in etwa 20 % hängen dem christlichen Glauben an.

Die Vegetation Sulawesis ist üppig, viele endemische Pflanzen - und Tierarten leben in den dichten tropischen Regenwäldern und dem Hochnebelwald. Erleben kann man die einzigartige Natur Sulawesis u.a. im Tangkoko Naturreservat im Nordosten der Insel (nahe Bitung). Das Schutzgebiet im Dschungel umschließt die beiden Vulkane Duasaudara und Tangkoko. Dieses Gebiet ist berühmt für der kleinsten Affen der Welt, den Sulawesi Koboldmaki (Tarsius tarsier), der mit seiner Größe locker Platz in einer menschlichen Hand findet. Darüber hinaus hat das Reservat viele seltene endemische Vogelarten zu bieten, wie den Helmhornvogel, die Teufelsnachtschwalbe, die große Bronzefruchttaube, den Glanzfleckdrongo und den Weißbauchseeadler. Eine Seltenheit im Park ist der Bärenkuskus, der unter die Gattung der Beuteltiere fällt. Häufiger trifft man auf die heimischen Schopfmakaken und die schwarzen Flughunde.

Taucherisch interessant ist in Sulawesi in erster Linie der Norden. Die Tauchgebiete bieten für jeden Taucher etwas: die „Lembeh Strait“ ist bei den Makrofans und Fotografen beliebt, der Bunaken Unterwasser Nationalpark und die Tauchplätze um die Insel Bangka locken mit Steilwänden und schön bewachsenen Korallenriffen.

Coral Siladen
Siladen Sunset
Nudibranch

 


Die Lembeh Strait, eine 15 km lange Wasserstraße teilt die Insel Lembeh von Sulawesi und ist durch seine Beschaffenheit eines der weltweit besten Gebiete für Critter-, Makro- und Muck-Tauchen. TV-Dokumentationen wie beispielsweise Szenen aus „der blaue Planet“ wurden hier gedreht.

Makrofans und Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten. Auf dem schwarzen Vulkansand leben die erstaunlichsten Arten von Crittern und Kleinstlebewesen, die man oft erst bei genauem Hinsehen entdeckt. Die Sichtweiten betragen zwischen 10 und 20 Metern.

Die Lembeh Strait wartet mit rund 30 Tauchplätzen auf. Neben mit Schwämmen und Korallen bewachsenen Riffen und trostlos wirkenden - aber voller Leben steckenden - Sandabhängen werden auch zwei Schiffswracks aus 2. Weltkrieg betaucht. Die Tauchtiefen betragen meist zwischen 3 und 30 Metern.

Die Wassertemperaturen liegen von Juli bis November bei 26 Grad, das restliche Jahr bei 28 Grad. Es kann aber das ganze Jahr über auch kühlere Strömungen geben, so dass ein wärmerer Anzug zu empfehlen wird.

hairyfrogfish
mandarin
Lembeh

 


Der Bunaken Nationalpark
besteht aus über 30 Tauchplätzen rund um die Inseln Bunaken, Manado Tua, Nain, Montahage, Siladen und in Teilen aus dem Festland Sulawesis. Hier gibt es bei den Strömungstauchgängen entlang der Steilwände und Korallengärten viel Makro- und buntes Riffleben sowie eine einzigartige Artenvielfalt zu entdecken. Die Steilwände sind farbenprächtig mit Hart- und Weichkorallen, Gorgonien und Schwämmen bewachsen und bilden die Kulisse für die vorbeiziehenden Adlerrochen, Barrakudaschwärme, Delfinen und wirklich große Schildkröten mit bis zu 2 Meter Ausdehnung. Auch Seeschlangen lassen sich hin und wieder blicken.

Die Sichtweiten betragen in der Regel 20 bis 30 Meter und die Wassertemperaturen schwanken zwischen 26 und 30 Grad. Meist herrscht eine leichte bis mittelstarke Strömung. Perfekt für entspanntes Strömungstauchen. Zur richtigen Zeit und mit ganz viel Glück sind Sichtungen von Pilotwalen und Orcas möglich, die durch die Straße von Manado und Bunaken ziehen.

An den reich mit Weichkorallen bewachsenen Riffhängen und Pinnacles der Insel Bangka am nördlichen Zipfel Sulawesis erwartet die Taucher eine einzigartige Artenvielfalt im Makrobereich: Verschiedene Arten an Pygmäenseepferdchen, Anglerfische, bizarre Geisterpfeifenfische, Sepia, Mandarinfische, bunte Nacktschnecken, u.v.m.. Daneben gibt es Tauchplätze, wie den Unterwasserfelsen Batu Sahaung, der bis zur Wasseroberfläche reicht und mit wunderschönen Korallen in allen Farben bewachsen ist. Dazwischen wuseln Schwärme von Rotzahn-Drückerfische, Schnappern und Langflossen-Bannerfische umher. Manchmal ziehen auch Adlerrochen oder Haie vorbei.

In der Lembeh Strait und Bunaken Nationalpark ist die beste Reisezeit zwar von April bis November (Trockenzeit), aber es kann das ganze Jahr über getaucht werden. Von Dezember bis Februar muss vermehrt mit Regen gerechnet werden, was auch an manchen Plätzen die Sicht trüben kann. Die Critters sind aber trotzdem da.